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Mein Leben    


2012 12012 3   Februar 2012  
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Eintrag von christoph1977 am 20.2.2012

Aller Anfang ist schwer


Hallo Tagebuch,

ich werde am nächsten Tag immer das schreiben was den Vortag so ausmachte. Der Anfang ist allerdings sehr schwer, weil ich noch nicht weiß wie ich alles genau angehen soll.

Zunächst mal möchte ich schreiben, warum ich ein Tagebuch führen will. Eine Freundin hat mir dazu geraten, um es genau zu sagen, Lilly hat mir dazu geraten. Sie meinte, ich solle es für mich tun, ich solle mal ehrlich zu mir sein und mir die ganze "Scheiße" von der Seele schreiben, damit ich mich auch mal mit mir selber auseinander setze. Naja, ich versuche es aber es wird schwierig, da meine Therapie noch nicht begonnen hat. Die Depressionen und vor allem die zwanghafte Lügerei verfolgen mich ja immer noch. Daher weiß ich nicht wie ehrlich ich am Anfang sein kann. Vielleicht werde ich in späteren Einträgen die eine oder andere Lüge klarstellen müssen aber dann kann ich das auch, dann kann ich auch ehrlich zu mir selber sein.

 Gestern war so ein Tag wie jeder seit ca. vier Wochen. Ich wache auf, mein erster Gedanke ist bei Lilly, mein erster Blick fällt auf mein Handy, ob sie mir geschrieben hat. Wir haben am Abend vorher noch etwas über skype geschrieben, das hat mir irgendwie gut getan aber vielleicht auch nicht. Sie fehlt mir und vielleicht bindet sie mich dadurch ungewollt zu sehr an sich. Vielleicht mache ich mir falsche Hoffnungen aber die Zeit und die Therapie werden das zeigen. Das skurille an der Sache ist, dass ich vor knapp einem Jahr durch Lilly mit einem früheren Freund aus Marburg wieder Kontakt hatte. Er hat auch das Problem, dass er einen Menschen verloren hat und dadurch abgesunken ist. Da habe ich noch großspurig getönt, man müsse sich lösen, man müsse sich aufraffen und sein Leben in den Griff bekommen. Jetzt bin ich in einer ähnlichen Situation, jetzt geht es mir auch so scheiße!!! Vielleicht rufe ich ihn mal an, damit er mir seine Erfahrungen mitteilen kann. So ist das bei vielen Menschen, da schließe ich mich nicht aus, wenn man selber auf Wolke sieben schwebt, dann kann man jedem vermeintlich gute Ratschläge geben...was ein Schwachsinn. Niemand weiß genau wie es in einem anderen Menschen aussieht.
Gut, zurück zu meinem Tag gestern.
Ich fasse kurz zusammen, meine Gefühle gestern waren eine Achterbahn zwischen, Hoffnung, Liebe, Wut und unendlicher Traurigkeit. Woher diese Traurigkeit kommt, schreibe ich ein ander Mal. Es tut mir gut nach Wochen wieder mal normal mit Lilly zu schreiben, alltägliche Dinge zu besprechen, ihr zu erzählen was in mir vorgeht, warum ich manche Dinge getan habe. Mein Entschluss eine Therapie zu machen ist auch der richtige Weg, der einzige für mich, um mit mir selber klar zu kommen.
Ich sage Lilly immer, ich liebe sie...sie hat dann aber einen fantastischen Satz gesagt. Wie kann ich sagen, dass ich sie liebe, wenn ich noch nicht mal mich selber lieben würde? Wie kann man jemanden liebe geben, wenn man sie sich selber nicht gibt. Da ist was wahres dran.
Also fing ich gestern an meine Wohnung sauber zu machen. Ich habe mich in den letzten Wochen sehr gehen lassen. Drücken wir es mal so aus, Friseur war mir egal, meine Haare sehen furchtbar aus, ich war ca alle zwei Tage betrunke, um mich zu betäuben. Ich gehe zu meiner Verbindung und habe Menschen am Tresen stehen, die mit mir saufen und meine Gefühle vergessen lassen. Ich gehe besoffen nach Hause, höre traurige Lieder, heule und schlafe irgendwann ein. Dann wache ich morgens auf und habe nen riesen Schädel, der mich auch betäubt, der die andere Gefühle unterdrückt. Dann fahre ich zur Arbeit und kämpfe mit Müdigkeit und Kreislaufproblemen. Abends bin ich immer noch wie betäubt vom Alkohol, lege mich ins Bett, schaue den Schrott im Fernseher, entspanne mich zwei Mal und schlafe ein. Am nächsten Morgen ist der Alkohol weg, meine seelische Betäubung hat nachgelassen. Also, Gedanken bei Lilly, Handy usw. ich fahre zur Arbeit, bin sehr traurig und denke sehr viel an Lilly. Was mache ich nach der Arbeit? Richtig, ich fahre wieder zu meinem Verbindungshaus und saufe wieder ein paar Liter Bier in mich rein und der ganze Kram beginnt von neuem.
Gestern habe ich dann mal ein paar Maschinen wäsche gewaschen und alles sauber gemacht. Wenn ich in mir drin reinmachen will, muss ich auch um mich herum sauber machen!
Ich will mir eigentlich einen Hund kaufen, weil ich Nähe brauche und Verantwortung übernehmen will. Mal sehen, Lilly meinte, ich solle das dem Hund und mir noch nicht antun. Ein Hund kostet viel Geld und ich sollte erstmal Fortschritte in der Therapie machen, damit ich meinen Umgang mit Geld und den damit verbundenen hohen Schulden in den Griff bekommen. Denn nichts ist schlimmer, als den Hund, der mich dann liebt und umgekehrt, aus Geldmangel wieder abgeben muss. Sie hat recht, ich werde erstmal schauen und auch meinen Therapeuten fragen.

Derzeit bin ich in einer Aufbruchstimmung, ich will mein Leben in den Griff bekommen. Aber das wollte ich schon häufiger, habe aber in letzter Instanz nie den letzten Schritt gewagt und somit Lilly wieder angelogen. Sie hat so lange an mich geglaubt aber ich habe sie nur angelogen. Das Problem an der Sache ist, dass ich dann umso mehr abgestürzt bin. Ich hoffe und kämpfe dafür, es diesmal zu schaffen. Ich will das für mich tun und werde auch heute damit weitermachen!!!

So, ich schreibe derzeit noch ein wenig unsortiert und das was mir gerade in den Kopf kommt. Ich kann meine Gefühle derzeit noch nicht so kontrollieren. Ich irre den ganzen Tag in einer wirren Gedanken- und Gefühlswelt umher. Das muss ich in den Griff bekommen, ich muss mich mehr kontrollieren und endlich aufhören mich selbst und andere anzulügen. Bis morgen!!!


Kommentare


Von pat am 20.02.2012 - 10:27 Uhr
Hallo Christoph,

herzlich willkommen im digi...
und viel Erfolg mit dem Schreiben... ich finde, das darf hier völlig unsortiert sein - schließlich schreiben wir ja (zum Glück) keine Schulaufsätze mehr... sondern, um die Gedanken zu sortieren... festzuhalten, neu zu ordnen, vielleicht, um ein Stück freier zu werden und besser leben zu können.

Alles Gute
pat

Von lamissa am 20.02.2012 - 12:59 Uhr
Herzlich Willkommen :-)

LG LaMissa

Von einfach0ich am 20.02.2012 - 13:35 Uhr
Hallo Christoph!
Ich finde, du hast wirklich die richtige Motivation zu schreiben; aber sei vorsichtig, es macht süchtig!
Ich hoffe, du bekommst dein Leben wieder ein wenig geordnet... aber deine Gedanken, die dürfen ruhig wirr sein! ;-)
Grüße, Janine

Von corazon am 21.02.2012 - 23:10 Uhr
Herzlich Willkommen hier.
Da hat deine Lilly einen wirklich guten Satz gesagt und ich möchte noch etwas ergänzend dazu fügen. Man glaubt, einen anderen Menschen zu lieben, in der Hoffnung, die Liebe von ihm zu bekommen, die man sich selbst nicht gibt. 
Doch sich gleich selber zu lieben, da ist ein langer Weg hin. Und in der heutigen Gesellschaft wird es einem auch nicht so ganz leicht gemacht, weil es oft mit egoistisch sein verwechselt wird. 
Vielleicht fällt es dir einfacher, wenn du dich fragst, ob du dich als dein bester Freund mögen könntest (die momentanen Alkoholexzesse mal weg gelassen). Bist du ein angenehmer Mensch, mit dem du gerne deine Zeit verbringen möchtest? 

lg corazon

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Brauche dringend Eure Meinung ...
Sehr geehrte Frau ....,   das Expos&e...

Mal wieder ein Lebenszeichen...
Boah, hab schon ziemlich lange hier nichts me...



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